Reisen & Genießen

Urlaub an der Côte d'Azur

Autor: FREIZEIT REVUE Redaktion

 

Nizza, die Hübsche. Die Metropole der Côte d'Azur zählt sicher zu den schönsten Städten am Mittelmeer. Der FREIZEIT REVUE-Reiseredakteur Rolf Esch war gerade für ein paar Tage dort. Gut ein Jahr nach dem schrecklichen Attentat ist in Nizza zum Glück wieder diese unbeschwerte Leichtigkeit zu spüren, die auch den Jetset magisch anzieht. Man kann, muss aber kein Millionär sein, um all das Schöne in und rund um Nizza genießen zu dürfen. Und wer sich ein wenig auskennt, der wird auch abseits von der Hotel-Legende „Negresco“ und der weltberühmten Promenade d'Anglais viel entdecken. Rolf Esch hat sich mit vielen Einheimischen getroffen – und nun so manchen Insider-Tipp für Sie …

 

1) Ein Bummel um den Hafen

1-Hafen in Nizza, 2-Restaurant „Les Pêcheurs“, 3-Taxi-Boot (Fotos: Rolf Esch)

„Von der Altstadt aus gesehen, liegt Nizzas Hafen auf der anderen Seite des Schlossbergs (Colline du Château). Viele Urlauber wissen das einfach nicht. Schade, denn nach einem kurzen Spaziergang am Meer entlang ist man dort. Und Nizzas Hafen hat Flair. Sündhaft teure Yachten teilen ihn mit kleinen Fischerbooten. Übrigens, von einer Seite des Hafens kann man mit dem kleinen Taxiboot prima zur anderen pendeln. Das ist sogar gratis. Nicht ganz billig dagegen wird es, wenn man abends im Restaurant Les Pêcheurs schlemmt. Aber wenigstens einmal vielleicht – das Flair am Hafen ist halt so stimmungsvoll.“

 

2) Hier hat man tolle Aussichten

1-Rooftop-Bar im „Le Meridien“, 2-Hafenblick vom Schlosshügel, 3-Fotopause im „Le Meridien“ (Fotos: Rolf Esch)

„In Nizza findet man einige Orte mit herrlicher Aussicht. Mir hat die Rooftop-Bar im Hotel 'Le Méridien' besonders gut gefallen. Beim Kaffee oder Cocktail hat man von dort einen fantastischen Blick über die Promenade d'Anglais aufs türkisblau funkelnde Meer. Das Bar-Restaurant ist übrigens nicht nur für Hotelgäste zugänglich. Einfach in die Lobby des 'Le Méridien' gehen und den Fahrstuhl ganz nach oben nehmen. Übrigens Fahrstuhl. Es gibt auch einen Aufzug hinauf auf den Schlosshügel (Colline du Château). Dieser Aufzug ist kostenlos und eine bequeme Alternative zu den Treppen. Vom Schlosshügel aus liegen einem dann sowohl Altstadt und Promenade d'Anglais wie auch der Hafen zu Füßen. Wer fotografieren möchte: Morgens liegt die Promenade d'Anglais schön im Licht, nachmittags der Hafen.“

 

3) Die Museen von Nizza

1 und 2-MAMAC, 3-Musée de la Photographie (Fotos: Rolf Esch)

„Was viele nicht wissen, Nizza ist auch eine Stadt der Kultur. Nach Paris verfügt es über die meisten Museen Frankreichs. Einige möchte ich Ihnen empfehlen. Klar, das Musée Matisse in einer genuesischen Villa des Viertels Cimiez. Oder das aus dem Wunsch des Künstlers heraus entstandene Musée National Marc Chagall. Schon die Architektur lohnt den Besuch im 'Mamac‘. So nennen sie in Nizza ihr Musée d'Art Moderne et d'Art Contemporain. Zu sehen gibt es dort unter anderem Exponate aus der Geschichte der Avantgarde Europas und Amerikas. Mein Geheimtipp liegt mitten in der Altstadt: Das Musée de la Photographie Charles Negre ist zwar nicht groß, doch die Sonderausstellungen widmen sich den bedeutendsten Namen der Fotografie.“

 

4) Die schönsten Strände

1-Villefranche-sur-Mer, 2-Saint-Jean-Cap-Ferrat, 3-Guillaume mit seinem „SeaZen“-Solarboot (Fotos: Rolf Esch)

„Südfrankreich, Mittelmeer, Sommer – wer von uns will da nicht auch an den Strand? In Nizza hat man den ja direkt vor der Haustür. Doch auch rund um die Stadt gibt es Strände, die wirklich schön sind. Etwa in Villefranche-sur-Mer, nur wenige Schritte vom kleinen Bahnhof entfernt. Der Zug von Nizza in den bildschönen Nachbarort ist günstig, der Parkplatz direkt am Strand von Villefranche-sur-Mer dagegen relativ teuer. Stilvoll sonnt man sich am Plage de Passable in Saint-Jean-Cap-Ferrat. Wer es ursprünglicher mag, dem empfehle ich den Plage de la Petite Afrique in Beaulieu-sur-Mer. Von dort sind es übrigens nur wenige Gehminuten bis zur Marina. Schauen Sie dort vielleicht mal bei SeaZen vorbei und fragen nach Guillaume. Gegen eine Gebühr schippert er gerne mit Ihnen auf seinem umweltfreundlichen Solarboot hinaus aufs Meer. Wer mag, der darf auch alleine und führerscheinfrei losfahren. Später irgendwo an Bord Picknick machen und im Wasser schwimmen oder schnorcheln, das macht schon Spaß. Ich habe es ausprobiert, das Fahren des Bootes ist nach ein paar Minuten der Eingewöhnung auch für Laien kein Problem.“

 

5) Diese Hotels haben etwas Besonderes

1-Hotel „Welcome“, 2 und 3-Rooftop-Terrasse und ein deutschsprachiger Service im Hotel „Monsigny“ (Fotos: Rolf Esch)

„Claudia Pedroni hat im sympathischen Drei-Sterne Hotel Monsigny im Herzen von Nizza das Sagen. Eine Münchnerin! Und auch ein Großteil ihres Personals kommt aus Deutschland oder spricht zumindest prima Deutsch. An der Côte d'Azur gibt es das nicht so häufig. An der Lobby bekommen Gäste zudem gute Tipps für den Urlaub in und um Nizza. Das Haus verfügt über eine herrliche Dachterrasse mit kleinem Pool und liegt rund 20 Gehminuten von der Promenade d'Anglais entfernt (man kann auch die Straßenbahn nutzen). Wer also nicht oder nicht sehr gut Französisch oder Englisch spricht, der wird sich in diesem Hotel schnell zuhause fühlen. Und die Zimmerpreise sind für Nizza sehr fair. Ein völlig anderes Flair umgibt das Hotel Welcome in Villefranche-sur-Mer. Das Haus ist Kult und zählt zu den bekanntesten der Küste. Schon der eigenwillige Künstler Jean Cocteau residierte regelmäßig im 'Welcome', die gegenüberliegende Kapelle Saint-Pierre wurde von ihm gestaltet und kann besichtigt werden. Und auch heute noch ist der Promi-Faktor des Hotels sowie der umliegenden Restaurants sehr hoch.“

 

Hier liegen die beschriebenen Tipps zu Nizza, Villefranche-sur-Mer und Èze. Klicken Sie einfach auf die blauen Icons. 

Interaktive Karte: Corinna Baier / Rolf Esch

 

6) Nizzas Cafés, Restaurants und Bars

1-„Distilleries Ideales“, 2-„Waka Bar“ an der Promenade d'Anglais, 3-Restaurant „Acchiardo“ in der Altstadt (Fotos: Rolf Esch)

„Glauben Sie mir, Nizza ist ein Schlaraffenland. Und es gibt hier keineswegs nur sündhaft teure Gourmet-Tempel. Meine Empfehlung: Achten Sie auf das Gütesiegel 'Cuisine Nissarde'. Das garantiert die traditionelle Nizzaer Küche zu fairen Preisen. Versuchen Sie zum Beispiel mal 'Petit Farcis', das 'gefüllte Gemüse'. Ein Traditionsrestaurant, welches die Spezialitäten der Stadt in hervorragender Qualität bietet, ist das Acchiardo in der Altstadt-Gasse Rue Droite. Nicht weit entfernt in der Rue du Marché führen drei ältere Damen mit sehr viel Herzblut das ursprüngliche A Buteghinna. Es ist ein echter Geheimtipp unter den vielen kulinarischen Adressen der Altstadt. Fisch nach portugiesischer Zubereitungsart bietet das Peixes in der Rue de l'Opera, derzeit in Nizza sehr angesagt. Dominique Le Stanc hat sich im Hotel 'Negresco' Michelin-Sterne erkocht und wollte dann lieber sein eigenes, kleines und viel weniger elitäres Restaurent. Nun gibt es das La_Merenda in der Rue Raoul Bosio. Mit erstklassiger Küche vom Meister. Aber ohne Telefon. Und mit Kreditkarten bezahlen kann man auch nicht. Irgendwie sympathisch. Mein Tipp für den Café au lait ist ein Klassiker, das Les Distilleries Ideales in der Altstadt. Und wer beim Cocktail sehen will, was abends auf der Promenade so alles läuft, der hat in der Waka Bar einen echten Logenplatz."

7) Shopping – von Mode bis Food

1-„Nicetoile“, 2-„Pastis de Nice“, 3-„Oliviera“ (Fotos: Rolf Esch)

„In Nizza leben rund 350 000 Menschen. Und das Shopping-Angebot ist dementsprechend groß. Immer mehr Urlauber steuern die Stadt gerade in der günstigeren Vor- und Nachsaison auch als City-Ziel an. Das größte zentrale Einkaufszentrum ist die Shopping-Mall Nicetoile mit etwa 120 Geschäften in der Fußgängerzone Avenue Jean Médecin (ganz in der Nähe des Hotels „Monsigny“). Das ist auch die lebendigste Einkaufsgegend von Nizza. Kleine Geschäfte mit oft kulinarischen Raffinessen findet man oft in den Gassen der Altstadt. Fast jeder Reiseführer empfiehlt fürs gute Olivenöl Alziari. Sicher eine tolle Adresse, doch der Laden ist berühmt, touristisch und auch nicht preiswert. Viele Einheimische favorisieren daher das viel kleinere und persönlichere Geschäft Oliviera in der Rue du Collet. Der Inhaber Nadim berät auch gerne in Deutsch. Und noch zwei Geheimtipps möchte ich Ihnen mit auf den Weg nach Nizza geben. Klar, der berühmte Markt Cours Saleya hat ein herrlich südfranzösisches Flair. Ruhiger und ursprünglicher geht es auf dem Marché de la Libération (mit Fischmarkt) nördlich des Bahnhofs zu. Und eine riesige Auswahl an Pastis aus eigener Herstellung finden Sie ganz in der Nähe im Shop von Pastis de Nice in der Rue Vernier. Und wer sich in dieser Gegend umschaut, der wird noch so manches interessante Geschäft abseits des eher teuren und glamourösen Nizzas entdecken.“

 

8) Nizza im Glanz des Abends

1-Hotel „Negresco“, 2-Promenade d'Anglais, 3-In der Altstadt (Fotos: Rolf Esch)

„Nizza an einem lauen Sommerabend, das hat einfach Flair. Ich mag es gerne, dann an der Promenade d'Anglais entlang zu schlendern. Unten am Strand weichen die Sonnenhungrigen des Tages nach und nach vielen Einheimischen. Sie kommen, um Picknick am Meer zu machen. Was für ein schöner Trend! Und er zeigt, dass Nizza nur wenige Meter von der weltberühmten Hotel-Legende 'Negresco' entfernt, so herrlich lässig sein kann. Die Stadt ist groß genug für alle. Später trifft man sich dann in den Gassen der Altstadt. Dort gibt es jede Menge Bars. Manche mit südfranzösischen Flair, andere ganz jung und cool. Die Stadt eignet sich übrigens prima für einen City-Trip. Air France fliegt zu teils sehr attraktiven Konditionen nach Nizza und der Flughafen liegt nah zum Zentrum. Das kann man dann für 1,50 mit dem Bus und demnächst sogar mit der Straßenbahn erreichen.“

 

9) Ausflug ins Bergdorf Èze

1-Blick von Èze nach Saint-Jean Cap Ferrat, 2-Führung Parfümerie „Fragonard“, 3-Restaurant „Le Nid d'Aigle“ in Èze (Fotos: Rolf Esch)

Èze ist das vielleicht schönste Bergdorf Südfrankreichs und von Nizza nur wenige Kilometer entfernt. Allein dieser Traumblick aufs das türkisfarbene Meer und die Halbinsel Cap Ferrat. Jede Menge Künstler haben sich in diesen Ort verliebt, Walt Disney lebte sogar hier. Nehmen Sie sich Zeit, um durch die schmalen Gassen zu streunen und in die ein oder andere Galerie zu schauen. Ganz oben auf 429 Metern und über dem Dorf gelangt man in den botanischen Garten. Die Sammlung an Kakteen ist nicht nur für Kenner faszinierend. Und dann immer und immer wieder dieser einzigartige Blick. Doch in Èze geht es auf und ab. Das kann in der Hitze des Tages anstrengend sein. Wer kann, der kommt relativ früh am Morgen. Zudem muss man sich Èze dann mit weit weniger Touristen teilen. Und wenn gegen Mittag der Andrang immer größer wird, dann sitzt man längst mitten im Ort unter schattigen Bäumen im urigen und empfehlenswerten Restaurant Le Nid d'Aigle. Und noch ein Tipp: Die weltberühmte Parfürmerie Fragonard aus Grasse hat eine Fillale in Èze. Schauen Sie dort kurz vorbei. Es gibt einen Shop und man kann an Führungen durch die Produktionsstätten teilnehmen. Die finden auch in deutscher Sprache statt und sind kostenlos.“

 

10) Villefranche-sur-Mer

1-Blick auf Villefranche-sur-Mer, 2-Am Strand, 3-Restaurant „La Mere Germaine“ (Fotos: Rolf Esch)

„Nizza und die einst von Ligurern besiedelte Region östlich der Stadt ist auch italienisch geprägt. Und kaum irgendwo spürt man das so, wie in Villefranche-sur-Mer. Viele teure Yachten ankern in der Bucht, auch weil diese als gut geschützt vor Wind und Wellen gilt. Und die kleine Promenade bietet so manches Restaurant, das weit über Frankreichs Grenzen hinaus einen erstklassigen Ruf genießt. Darunter das La Mere Germaine, in dem häufig ein hoher Promi-Faktor herrscht. Als wir dort waren, schlemmte am Nachbartisch der aus Italien stammende Hollywood-Star Franco Nero. Und das Restaurant, so heißt es, macht die beste Bouillabaisse der gesamten Côte d'Azur. Es liegt übrigens nur ein paar Meter vom oben erwähnten Hotel Welcome entfernt. Ein echter Geheimtipp in Villefranche-sur-Mer: die alte Zitadelle mit mehreren kostenlos zugänglichen Museen und großartigen Skulpturen des Bildhauers Antoniucci Volti.“

Deutschsprachige Reiseführerin in Nizza: Ambra D'Addio hat französische sowie italienische Wurzeln und eine Weile in Berlin gelebt. Nun ist Nizza ihr Zuhause. Dort und natürlich auch in der Umgebung kennt sich die lebenslustige junge Frau bestens aus. Als indivuduell buchbare Reiseführerin führt sie Touristen aus verschiedenen Ländern mit großer Begeisterung zu den schönsten Fleckchen, gemütlichen Restaurants, interessantesten Museen. Und seit ihrem Aufenthalt in Berlin spricht Ambra D'Addio auch hervorragend Deutsch. Kontakt: info@ambratoursguide.com