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Reisemängel - So reklamieren Sie richtig

Autor: FREIZEIT REVUE Redaktion

Der Flieger hat Verspätung, das Hotel liegt nicht direkt am Strand, ein gebuchter Ausflug vor Ort fällt ins Wasser – all das sind Reisemängel. Will man reklamieren, kommt es darauf an, was im Prospekt stand bzw. was im Reisevertrag vereinbart worden war.

 

Reisemängel melden - Hilfe vor Ort

Stimmt der Reisevertrag nicht mit den Gegebenheiten vor Ort überein, bekommt man sein Geld zurück - zumindest zum Teil. Doch zunächst muss man sich wegen der Reisemängel bei der örtlichen Reiseleitung melden und um Abhilfe bitten. Den Namen des Ansprechpartners und den Zeitpunkt des Gesprächs sollten Sie notieren und am besten von Mitreisenden bezeugen lassen. Dafür deren Namen und Adresse erfragen. Wird sofort Abhilfe geschaffen, erübrigt sich eine spätere Mängelanzeige. Klappt es mit dem Nachbessern vor Ort nicht, dann Fotos von den Gegebenheiten machen. Die braucht man später als Beweis, um den Preis zu mindern. Auch hier Zeugen finden, deren Namen und Anschriften notieren, ihre Aussagen festhalten.

Wann scheinbare Reisemängel keine sind

Vorsicht! Manche Katalogbeschreibungen sind tückisch. Blumigen Formulierungen sollen dabei über Missstände hinwegtäuschen. Hat man sich darauf erst einmal eingelassen, wird es mit einer Preisminderung schwierig. Denn der Veranstalter kann sich damit herausreden, dass man von den Gegebenheiten gewusst hatte.
Beispiele: Hinter dem „aufstrebenden Urlaubsort“ verbergen sich viele Neubauten – man hat Lärm und Schmutz zu erwarten. Und ein „Naturstrand“, so romantisch das auch klingt, kann in einer steinigen Bucht liegen und ungepflegt sein (keine Abfalleimer, keine Toiletten in der Nähe).

Frist für die Reklamation

Nach seiner Rückkehr hat man vier Wochen Zeit, um beim Veranstalter schriftlich zu reklamieren. Einen Musterbrief zur Reklamation von Reisemängeln finden Sie hier.

Zu Reisemängeln zählen auch Pannen bei der Fahrt

Wer die Fahrt an sein Reiseziel extra gebucht hat, wendet sich bei Verspätungen an das Transportunternehmen. Bei der Bahn etwa gibt es ein Fahrgastrechte-Formular. (lKlicken Sie hier: bahn.com )
Denn wenn man ab 60 Minuten zu spät am Zielbahnhof ankommt, erhält man 25 Prozent des Fahrpreises zurück. Ab einer Verspätung von 120 Minuten gibt’s 50 Prozent der Fahrtkosten zurück.

Fernbus hat Verspätung - ein Reisemangel

Immer mehr Urlauber nutzen Fernbusse. Haben die Verspätung, werden umgeleitet oder fallen aus, ist auch dies ein Reisemangel. Wurde das Ticket individuell beim Linienbus-Anbieter gekauft, wendet man sich an den. Verzögert sich etwa die Abfahrt um mehr als 120 Minuten oder wird annulliert, haben die Fahrgäste die Wahl: Sie können auf einer Weiterreise mit geänderter Streckenführung zum Zielort bestehen (ohne Aufpreis) oder sich den vollen Fahrpreis erstatten lassen und auf die Tour verzichten. Passierte die Panne unterwegs, kann man auch die kostenlose Rückreise zum Abfahrtsort verlangen (ähnliche Reisebedingungen, also auch mit einem Fernbus). Kann das Busunternehmen diese Wahlmöglichkeiten nicht bieten, bekommt man bei einer Verspätung von über 120 Minuten 50 Prozent des Fahrpreises zurück.

Reisemängel, die durch die Fluglinie entstehen

Hat der Flieger Verspätung oder wird annulliert, gibt man zwar diesen Reisemangel dem Veranstalter bekannt. Um eine Entschädigung nach der europäischen Fluggastrechte-Verordnung zu erhalten, wendet man sich jedoch an die Airline. Bei Nichtbeförderung (z.B. Überbuchung) hat man Anspruch auf die Erstattung des Ticketpreises, einen kostenlosen Rückflug zum Abflugort (falls man umsteigen musste und nun am Transfer-Flughafen festsitzt) bzw. die frühestmögliche Beförderung zum Ziel. Zudem bekommt man eine Ausgleichsleistung wegen dieses Reisemangels: 250 € für eine Flugstrecke von bis zu 1500 km. 400 € gibt’s für eine Strecke, die bis zu 3500 km beträgt, und 600 € bei Flugstrecken, die länger als 3500 km sind.
Wird ein Ausweichflug angeboten, der nicht später als zwei, drei bzw. vier Stunden (gestaffelt nach den oben genannten Entfernungen) als der ursprünglich gebuchte Flieger am Ziel eintrifft, verringert sich die Ausgleichsleistung um 50 Prozent.

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