Gesundheit & Ratgeber

So erkennen Sie einen Bandscheibenvorfall

Autor: FREIZEIT REVUE Redaktion

Meist kann man Rückenschmerzen mit Wärme oder Schmerzsalben selbst kurieren. Doch wie erkenne ich, ob es etwas Ernstes ist? Wie Sie einen Bandscheiben-Vorfall rechtzeitig bemerken, erfahren Sie hier.

Rückenschmerzen können viele Ursachen haben - der Bandscheibenvorfall ist nur eine davon. Aber für den gibt es typische Symptome. Treten sie auf, ist ein Besuch beim Orthopäden ratsam.

Bei Bandscheibenvorfällen beginnen die Schmerzen immer plötzlich und sind bohrend und ziehend. Ist die Halswirbelsäule betroffen, sind Schulter- und Nackenmuskulatur stark verspannt. Der Kopf lässt sich nur eingeschränkt bewegen. Taubheitsgefühle sind immer ein Alarmsignal.
 
Ausstrahlende Schmerzen. Die Schmerzen können in den Hinterkopf, den Unterkiefer, die Schultern und Arme ziehen. Auch Schwindel, migräneartige Kopfschmerzen oder Ohrgeräusche können sich zeigen. Bei einem Vorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule betreffen die Verspannungen die » Rückenmuskulatur. Die Schmerzen ziehen bis zum Brustkorb und/oder zum Gesäß. Im Gegensatz zu einem Hexenschuss wird der Schmerz im Rücken beim Husten viel stärker, beim Beugen nach vorn oder Drehbewegungen des Rumpfes verändert er sich.
 
Treppensteigen ist schwierig. Auf den Hacken gehen oder Treppensteigen ist kaum möglich. Es kann sich das Gefühl einstellen, dass die Blase übervoll oder nicht vollständig geleert ist. Manchmal kommt es sogar zu einer Schwäche beim Stuhlhalten und Gefühlsstörungen im Genitalbereich. Je nach Ort des Vorfalls können Gefühlsstörungen wie Kribbeln und Ameisenlaufen, Taubheit und Lähmungserscheinungen in den Armen oder in den Beinen und Füßen auftreten.
 
Genaue Befragung. Für die Diagnose wird der Orthopäde den Patienten nach seinen Symptomen befragen. Erst danach sollte die körperliche Untersuchung folgen, bei der Reflexe, Kraft, Sensibilität und die Beweglichkeit der Wirbelsäuleüberprüft werden. Es ist unsinnig und unnötig, wenn der Patient erst zum Röntgen geschickt wird, noch bevor er den Arzt gesehen hat, meint Dr. Kamran Minaian, Neurochirurg am Wirbelsäulen-Zentrum der Klinik am Ring, Köln. Bei Bandscheibenvorfällen ist das ohnehin keine geeignete Methode für die Diagnose. 
 
Eine Operation ist der letzte Ausweg
 
Wärme und Ruhe. Gibt es keine Lähmungen oder Taubheitsgefühle, werden Bandscheibenvorfälle mit Krankengymnastik, Wärme und Schmerzmitteln behandelt. Bewegungen, die weh tun, sollte man meiden. Tritt nach acht bis zwölf Wochen keine deutliche Besserung ein, kann eine Operation nötig werden.
 
INFO Kernspin-Diagnose
 
Bei unklarem Befund kann ein Bandscheibenvorfall per Magnetresonanztomografie (auch Kernspin genannt) diagnostiziert werden. Röntgen ist dazu ungeeignet, denn damit lassen sich hauptsächlich knöcherne Strukturen darstellen, nicht aber Weichteile wie die Bandscheiben. Auch die Computertomografie ist ein Röntgenverfahren, die Strahlung ist dabei aber deutlich höher.

KOMMENTARE (0)

Ihre Meinung ist uns wichtig - Diskutieren Sie mit!

Um Artikel zu kommentieren melden sie sich bitte an

Anmelden Registrieren