Gesundheit & Ratgeber

Muss ich in den Wechseljahren verhüten?

Autor: FREIZEIT REVUE Redaktion

Die Wechseljahre der Frau sind mit körperlichen Veränderungen verbunden. Nicht jede Frau kommt gleich gut mit dieser massiven hormonellen Umstellung zurecht. Symptome können neben Hitzewallungen, unkontrollierte Blutungen und Gewichtszunahme sein. Aber was ist eigentlich mit Sex bzw. Verhütung? Kann man in den Wechseljahren noch schwanger werden? Antworten gibt's hier.

Als positiv empfinden nur die wenigsten Frauen diese Lebensphase: die Wechseljahre. Doch es gibt erfreuliche Aspekte: Die Monatsblutung setzt allmählich aus und damit auch die Möglichkeit, schwanger zu werden. Jede zweite Frau ab 45 ist der Meinung, sie müsse nicht mehr verhüten. Damit jedoch wirklich nichts "passiert", muss man den genauen Zeitpunkt der Menopause kennen. 

Typische Anzeichen. Ab Mitte, Ende 40 lässt üblicherweise bei Frauen die Produktion von Sexualhormonen wie Östrogen langsam nach. Das muss nicht für Probleme sorgen; manche spüren nichts davon. Doch häufiger kommt es zu Beschwerden wie Schlafstörungen, Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Brustspannen oder Kopfschmerzen. Ebenfalls typisch sind Blutungsstörungen: Die Menstruation wird unregelmäßig, setzt mitunter bereits nach 14 Tagen wieder ein, die Blutung selbst ist häufig verstärkt und dauert zudem länger.
Fruchtbarkeit. Mit der Zeit werden die Blutungen weniger und können monatelang ausbleiben. Damit verkleinert sich die Möglichkeit, schwanger zu werden - doch gleich null ist sie nicht! "Solange eine Frau noch blutet, auch wenn es nur ab und zu ist, bedeutet das, dass noch Eizellen im Eierstock zur Reife gelangen können", erläutern die Frauenärztinnen Dr. Anneliese Schwenkhagen und Dr. Katrin Schaudig in ihrem Buch "Kompass Wechseljahre" (» hier im FF-Lädchen bestellen!). Und auch wenn der Eisprung nur noch selten stattfindet: Wenn die Frau genau zu diesem Zeitpunkt Sex hat, kann sie schwanger werden, selbst noch mit über 50. 

Verhüten. Die Ärztinnen aus Hamburg nennen folgende Faustregel: Auf Verhütung kann erst dann verzichtet werden, wenn unter 50-Jährige zwei Jahre keine Blutungen mehr hatten, bei über 50-Jährigen reicht ein Jahr.

Außer der Anwendung von Kondomen, gibt es folgende Möglichkeiten:

Pille. Die normale Anti-Baby-Pille kann auch jetzt noch genommen werden, mit folgenden Einschränkungen: Nicht bei - Übergewicht, - Bluthochdruck, - Raucherinnen, - erhöhtem Cholesterinspiegel, - erblichem Risiko für Thrombose, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Auch die Dreimonatsspritze ist oft nicht ratsam.

Spirale. Als sichere Alternative gilt die Hormonspirale, die der Frauenarzt in die Gebärmutter einsetzt. Sie eignet sich nach Angaben von Dr. Schaudig gerade für Frauen mit Blutungsstörungen. Sie bleibt fünf Jahre im Körper; das Einsetzen kostet mehrere hundert Euro. Die herkömmliche Kupferspirale werde dagegen häufig nicht so gut vertragen, sie könne Blutungen hervorrufen.

Gestagen-Pille. Wenn Frauen keine klassische Anti-Baby-Pille nehmen dürfen, bietet sich eine andere Verhütungspille an, die kein Östrogen, sondern nur das Hormon Gestagen enthält. Sie muss aber auf die Stunde genau geschluckt werden, um sicher zu verhüten. Sie soll nicht nur Blutungen regulieren, sondern auch Migräne bessern.

Wenn die Verhütung keine Rolle mehr spielt, erleben viele Paare einen zweiten Frühling. Doch mitunter machen die Wechseljahre der Frau auch einen Strich durch die Rechnung: Bei jeder dritten lässt der Hormonmangel die Scheidenschleimhaut austrocknen. Unangenehme Folge: Die Vagina juckt und brennt, beim Geschlechtsverkehr kommt es zu Schmerzen. Weil zudem die Widerstandskraft der Schleimhaut nachlässt, häufen sich Infektionen. Abhilfe schaffen spezielle Gele aus der Apotheke wie Replens sanol, das die Schleimhaut langanhaltend befeuchten soll. Der Arzt kann östrogenhaltige Cremes oder Zäpfchen verschreiben.