Gesundheit & Ratgeber

Was tun bei einem Herzinfarkt?

Autor: FREIZEIT REVUE Redaktion

Jedes Jahr erleiden 220 000 Deutsche einen Herzinfarkt. Jeder Vierte überlebt nicht. Das könnte man ändern. Deshalb sollte jeder wissen, was im Notfall zu tun ist. Nur wenige erkennen die Symptome sofort – das macht den Herzinfarkt so gefährlich. Die Risiken sind hingegen bestens bekannt: Rauchen, zu hoher Blutdruck, Cholesterin. Dazu Stress und Übergewicht. Doch im Notfall wird oft zu langsam reagiert. „Die meisten Patienten klagen wenige Minuten nach dem Verschluss eines Herzkranzgefäßes über ein Engegefühl in der Brust, das bis zum Vernichtungsschmerz gehen kann“, sagt Dr. Tom Giesler, Direktor der Klinik für Kardiologie am Herzzentrum Coswig (www.herzzentrum-coswig.de). „Klassische Zeichen sind schwere Schmerzen im Brustkorb, die länger als fünf Minuten anhalten, in die Arme, Schulterblätter, Hals, Kiefer oder Oberbauch ausstrahlen können“, sagt der Mediziner. „Zusätzlich kann es zu Luftnot, Übelkeit und Erbrechen kommen. Auch Angstgefühle, Schweißausbrüche, Blässe oder Rötung, schneller Puls, Herzklopfen und Kurz atmigkeit können als Begleitsymptome auftreten.“

Herzinfarkt: Welche Brustschmerzen verdächtig sind

Symptome können harmlos erscheinen. Manchmal geben Betroffene nur ein leichtes Brennen hinter dem Brustbein an, das sie für Magenschmerzen oder eine Erkältung halten. Prinzipiell gilt: Alle Brustschmerzen, die länger als 20 Minuten dauern, sind infarktverdächtig. „Besteht Verdacht auf einen Herzinfarkt, rufen Sie sofort den Notarzt oder Rettungswagen unter 112“, rät Dr. Dirk Hamann, Chefarzt der Klinik im Alpenpark in Kreuth am Tegernsee, (www.klinik-alpenpark.de). „Zudem muss man sofort mit den Erste-Hilfe-Maßnahmen beginnen, den Patienten wiederbeleben, falls er nicht reagiert oder keine normale Atmung hat.“

Therapiemaßnahmen

Die beste Behandlung des Herzinfarktes ist die Therapie mit einem Herzkatheter. Entscheidend sind die ersten zwei Stunden nach einem Infarkt. „Kommt der Patient rechtzeitig in eine kardiologische Klinik, können wir die verschlossenen Herzkranzgefäße mit einem Katheter aufdehnen“, so Dr. Giesler. Herzkatheter schützt vor Verschluss. An dessen Spitze sitzt ein kleiner, zusammengefalteter Ballon, der aufgeblasen wird und die Engstelle erweitert. Damit sie offen bleibt, wird ebenfalls über den Katheter ein winziges Gitterröhrchen von innen im Gefäß verankert. Dieser sogenannte Stent schützt die Arterie vor einem erneuten Verschluss. Das Blut kann fließen, der Herzmuskel erhält genügend Sauerstoff, das Gewebe stirbt nicht mehr ab.

So beugen Sie einem Herzinfarkt vor

Ein zu hoher Blutdruck über längere Zeit belastet das gesamte Kreislaufsystem und schwächt das Herz. Weil die Krankheit nicht weh tut, sollte man jedes Jahr einmal messen lassen. Bei Werten über 130/80 beginnt das Risiko. Lassen Sie die Zigaretten weg! Nikotin verengt die Gefäße und treibt das Herz gleichzeitig an, schneller zu schlagen. Außerdem haben Raucher ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel. Dreimal 30 Minuten Sport pro Woche schützt das Herz mehrfach. Der Herzmuskel erhält mehr Sauerstoff, Blutdruck und Blutfettwerte sinken, Übergewicht wird abgebaut. Mehr als zehn Kilo zu viel belasten das Herz.

Notrufsystem – immer parat!

Gerade, wer bereits einen Herzinfarkt hatte oder unter Herzproblemen leidet, sollte nicht nur durch eine gesunde Lebensweise vorbeugen. Auch die moderne Technik kann im Notfall Leben retten. Notrufsysteme, wie z.B. Geocare, ermöglichen es Ihnen, mit nur einem Knopfdruck Kontakt zu einer Notrufzentrale aufzunehmen – egal, wo Sie gerade sind. Die schnelle Hilfe ist so stets dabei und sorgt für ein unabhängiges, aktives Leben.

Hier finden Sie Rat und Hilfe

Infos: Die Deutsche Herzstiftung e.V., Vogtstraße 50, 60322 Frankfurt am Main, Tel.: 0 69/95 51 28-0, www.herzstiftung.de , bietet zahlreiche Informationen und preisgünstige Broschüren.
Buchtipp: „Schnell wieder fit nach dem Herzinfarkt“ von Michael Andressen und Florian Münch, S. 192, Riva Verlag, 16,99 Euro.