Gesundheit & Ratgeber

Echte Depression oder „nur“ Winterblues?

Autor: FREIZEIT REVUE Redaktion

Man mag am liebsten gar nicht mehr aufstehen: Die Welt erscheint draußen genauso grau wie im Inneren. Nichts mag gelingen, nichts macht mehr Freude, nichts kann begeistern oder motivieren. Das Leben erscheint sinnlos.

Ärzte sprechen von Winterdepression oder „saisonal-affektiver Störung“. Ursache ist ein Mangel an Licht, der zu einer hormonellen Verschiebung führt. Das Schlafhormon Melatonin wabert unplanmäßig auch noch am Tage durchs Blut und macht nicht nur müde, sondern auch schwermütig.

Rund jeder dritte Deutsche ist betroffen – was den Winterblues für den Einzelnen aber nicht leichter macht. Der Unterschied zu einer echten Depression, die mit stofflichen Veränderungen vor sich geht und behandlungsbedürftig ist, ist oft fließend. Dass Depressionen sehr unterschiedliche Ausprägungen haben, erschwert die Diagnose.

Wie erkennt man dann, ob man krankhaft depressiv ist oder „nur“ an einem vorübergehenden Winterblues leidet? Um das herauszufinden, arbeiten die Ärzte mit einem international einheitlichen Katalog von Haupt- und Nebensymtomen. Je nachdem, welche zutreffen, teilen sie die Erkrankung in "leicht", "mittel" und "schwer" ein. In die Beurteilung fließt außerdem ein, in welchem Maße die Erkankung die Alltagskompetenzen beeinflussen.

Dieser Test kann den Gang zum Arzt nicht ersetzen, gibt aber einen ersten Anhaltspunkt.

 

Beantworten Sie folgende Fragen:

Leiden Sie seit mehr als zwei Wochen unter...

Hauptsymptome:

  • gedrückte, depressive Stimmung
  • Interesse- und Freudlosigkeit
  • Antriebslosigkeit

Zusatzsymptome:

  • verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit
  • vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Gefühl von Schuld und Wertlosigkeit
  • pessimistische Zukunftsperspektiven
  • Selbstschädigung / Suizidgedanken
  • Schlafstörunge
  • verminderter Appetit

Weitere körperliche Symptome, die in Zusammenhang mit einer Depression stehen können:

  • Schlaflosigkeit
  • Müdigkeit
  • Nachlassen der Libido
  • Schmerzen (Kopf-, Rücken-, Gelenk-, Muskelschmerz)
  • Herzschmerzen
  • Verdauungsprobleme
  • Kreislaufprobleme
  • Atemnot

 

Auswertung:

„leichte“ Depression: mindestens 2 Hauptsymptome und mindestens 2 Zusatzsymptome
„mittelgradige“ Depression: mindestens 2 Hauptsymptome und mindestens 3 - 4 Zusatzsymptome
„schwere“ Depression: alle 3 Hauptsymptome und mindestens 4 Zusatzsymptome